Leserbrief v .10.09.2008

>  Jäger : Der Wolf im Schafspelz   <

Wenn Jäger  Äpfel pflücken, ist das nichts Besonderes. Wenn Jäger aber Äpfel pflücken, um für ihr ‚Anliegen’ zu werben,  dann schon. Eine nette, öffentlichkeitswirksame Geste, die  ihn und seine Zunft so darstellt, wie er/sie es gerne hätte – als Natur- und Tierfreund, Heger und Pfleger, der notwendig und nicht weg zu denken ist.
Doch merke : Der Jäger hat ein klares Kalkül . Sein wahres Anliegen ist ein anderes : Er sitzt gerne auf Hochsitzen oder in sonstwelchen Hinterhalten und lauert gespannt  auf sein Opfer, um es dann kaltblütig und mit Vorsatz zu erlegen.
In seinem Werben ist keine Rede davon, dass eine Tür zu den niedersten Instinkten im Menschen aufgetan wird, die in ihre seelischen Abgründe führen wird, wenn ‚mensch’  ihnen auf den Leim geht und einer von ihnen wird. Der Wolf im Schafspelz ? Der freundliche Apfelpflücker ein hinterhältiger Tiermörder ?
Einer, der sich daran ergötzt, wenn ein getroffener Hase sich in der Luft überschlägt und dann zuckend am Boden verreckt, legt extremen Wert auf verschleiernde Fassaden, die sein Tun als ‚notwendiges Übel’ verharmlosen  - was es aber nicht ist. Sein Handwerk ist eiskalter, versätzlicher Tiermord.  Immer noch gesetzlich legitimiert durch Hermann Görings Jagdgesetz.
Welcher auch nur halbwegs  ethisch sensibilisierte Mensch ist freiwillig bereit   -den vorsätzlichen Mord an beseelten Lebewesen akzeptierend-  , sich von solchen Seelenfängern in die Abgründe seiner Seele führen zu lassen, die für ihn längst als überwunden galten ? Der Jäger ist stolz bereit, sie wieder weit zu öffnen, ohne sich offensichtlich der Tatsache bewusst  zu sein, wieder mit einem Bein im Neandertal  zu stehen.
Alles Unsinn ? Es war doch eine so nette Geste dieser friedlichen  Äpfelpflücker ... denen jedes  ihrer Mordopfer für die selbstlose ‚Hege und Pflege’ nachhaltig dankbar  sein dürfte ...