Mindener Tageblatt v. 18.11.2008

 

>  Kirche, JŠger und das fŸnfte Gebot  <

 

 

Dass JŠger die FŠhigkeit besitzen, Waldtiere intensiv zu beobachten, ist sicherlich nicht abzustreiten.  Schwieriger wird es da schon mit der ãAchtung vor der KreaturÒ. Všlliges UnverstŠndnis lšst die Vorstellung aus, dass sie ãmit ihnen fŸhlenÒ ...  Tšten mit Freizeitcharakter zur Befriedigung der dunkelsten Seelentriebe. Das Ganze angenehm gesellschaftsfŠhig eingelullt und verpackt und schon wird ein UmweltschŸtzer daraus. So einfach ist das ...

ãWaidgerechtigkeitÒ und ãsorgsamer Umgang mit der NaturÒ ist nicht nur ein Widerspruch in sich, sondern die blanke Verhšhnung aller durch JŠger ermordeten Tiere.

 

Dass Òdie KircheÒ seit eh und je ein Problem mit der Auslegung des fŸnften Gebotes hatte und hat, ist offensichtlich. Ein aufgestelltes Hirschgeweih im Altarbereich einer Kirche erweckt den Wunsch nach der Tempelreinigung des Nazareners.  ãDie KircheÒ sollte endlich

das praktizieren, was ihr Meister vorgelebt hat. Sie tut sich nach wie vor keinen Gefallen damit, das Handeln von TŠtern abzusegnen, um ein gesellschaftsfŠhiges Toleranzbild abzugeben. Das christliche Symbol des Kreuzes mit dem aufgenagelten Korpus ist die Darstellung exzessiver Gewalt gegenŸber Unverstandenem.  In welch merkwŸrdigem Zusammenhang  erscheint einem da die direkte Anwesenheit eines Hirschgeweihes  ...

 

Eine schaurige Szenerie wie aus dem tiefsten Mittelalter oder einem aktuellen Fantasyfilm mit brennenden Fackeln im Eingangsbereich des Gotteshauses. Einknicken vor der Tradition ? Halb- oder Unwissen ? Oder einfach nur Wegsehen ? Wenn sich eine Gesellschaft weiterentwickeln will, dann sollte sie sich von den einfachsten und dŸmmsten BrŠuchen trennen.

 

Wieder einmal alles Unsinn ?  Dann fangen wir doch morgen damit an, die Selbstjustiz der JŠgerschaft auf Wald und Flur in der gesamten Gesellschaft salonfŠhig zu machen, die Judikative abzuschaffen und auch dann zu hoffen, dass keiner etwas merkt und alles gut

geht ...  Dann wŠre die Gesellschaft auf des JŠgers Augenhšhe ...

 

Die zeitgemŠ§ sinnvolle Variante des Ganzen wŠre, das Jagdgesetz des Naziverbrechers Hermann Gšring endlich abzuschaffen und damit dem Jagdirrsinn den NŠhrboden nachhaltig zu entziehen.