Leserbrief

 

„Jäger proben den waidgerechten Schuss“ im MT v. 25.05.2007

 

Nach der Schießvorschrift des DJV ist der Jäger dem Wild moralisch verpflichtet, an regelmäßigen Schießübungen teil zu nehmen, um die „Entseelungsknarre“ tierschutzgerecht handwerklich perfekt zu gebrauchen.

Hallo ? Das ist kein Bericht aus der Spaßgesellschaft - oder vielleicht doch ?

Oder ein historisch belegter Zeitgeist aus den finsteren Kapiteln der Menschheitsgeschichte - gelesen im 21. Jahrhundert ? Das ist Gegenwart - heute ... vor unserer Haustür.

Der Versuch, einen direkten Zusammenhang zwischen Jäger, Moral, Schießübungen, Tierschutz, Handwerk, Perfektion, Trainingsangebote und gemütlicher Runde herzustellen, kollidiert sofort mit der simplen Vorstellung , dass das Ziel dieser Zeitgenossen ein klar definierbares ist : Töten - und zwar aus niederen Beweggründen und gesetzlich legitimiert. Die Jägerschaft als Streitmacht der niederen Instinkte. Eine Art Berserkerkultur mit Sleeperfunktion, jederzeit aktivierbar ohne Nachfrage. Diese Tatsache mit dem Tierschutz in Verbindung zu bringen, ist eine Verhöhnung normal menschlicher Denkfähigkeit - eine Perversion des Denkens und eine permanente Degradierung des Mitgefühls gegenüber der Tierwelt.

Nach dem Training des waidgerechten Schusses ab in die Realität : Jäger mit scharf geladenen Waffen in der Natur ihr blutiges, feiges Handwerk treiben zu lassen, muss ein Ende haben. Das ist Krieg in Wald und Feld mit Hinterlist und Meuchelabsicht.

Die ständigen Argumentations- und rechtfertigungsversuche der Jägerschaft sind längst komplett widerlegt. Es ist eine einschlägige Erkenntnis, dass Jäger mehr Schaden anrichten als sie verhindern.

Die Natur reguliert sich selber und braucht den Eingriff des Menschen in seiner ganzen Selbstüberschätzung nicht.

Um die Fronten nicht gänzlich verhärten und die gegensätzlichen Denkweisen zwischen gewaltfrei denkenden und lebenden Menschen und eben den gegensätzlichen nicht eskalieren zu lassen, sollte der Gesetzgeber seiner Fürsorgepflicht nachkommen und endlich das unsägliche Jagdgesetz zum Wohle Aller außer Kraft setzen.

Das wäre ein lebenswürdiges Signal für den Bundesjägertag am 14.+15.06.2007 in Saarbrücken.