L E S E R B R I E F

 

 

Artikel >> Zehn Rehe, fŸnf Wildschweine und zwei FŸchse << im MT am 25.11.2005

 

Da ist es nun, das Bild von der âStreckeÕ und der stolzen JŠgerschaft.

Der Kreis als âUntere JagdbehšrdeÕ hat seinen ErfŸllungsgehilfen fŸr das Waidwerk wieder die Legitimation zum kontrollierten Massenmord im Pseudosinne der Hege und Pflege der Population des Freiwildes erteilt. Denn merke: Nach der EinschŠtzung von unumstrittenen Intelligenzen, die Ÿber diesen Planeten gewandert sind, ist Tiermord gleich Menschenmord und fŸhrt gleichsam zur Verrohung der daran beteiligten Menschen, wenn auch scheinbar unterschwellig. Der jŠmmerliche Anblick einer mit brutaler Gewalt, HeimtŸcke und Vorsatz zustande gebrachten âStreckeÕ ist eines der abscheulichsten Armutszeugnisse, das sich Menschen als Kršnung der Schšpfung gegenseitig auszustellen bereit sind.

Wenn Wald und Wild in einer Wechselbeziehung stehen, dann sollte klar sein, dass die verschleierte Mordlust der Menschen im eingreifenden Sinne eine real existierende Fehlinterpretation dieses angesprochenen aber eben nicht verstandenen Prinzips darstellt.

Die Natur, Flora und Fauna, braucht die festgelegte Arithmetik der Menschen nicht. Die ist dahingehend ein fataler Irrtum, der in unangebrachter SelbstŸberschŠtzung zu solchen AuswŸchsen fŸhrt und den Wahnsinn vom âHerrendenkenÕ weiterleben lŠsst. Es muss ein faktisch abgekochtes Seelenleben sein, das sich in dieses Barbarentum der Gegenwart einbetten lŠsst und immer und wohl immer wieder einbetten lassen wird.

Wenn die Todesposaunen zu Beginn einer Jagd geblasen werden, geht es um die Todesstrafe

fŸr Verbiss an JungbŠumen, umwŸhlte GŠrten, †berpopulation usw. , denn - es sind ja nur Tiere! Das ist der weiterhin existierende âAnimalholocaustÕ. Diese ãgestiefelten ExekutionskommandosÒ und primŠr deren âLeinenloslasserÕ sollten Relikte der Vergangenheit sein und sich schnellstens darŸber im Klaren wŠhnen, dass eine Analogie zwischen ãwie im Kleinen Ð so im Gro§enÒ immer noch hergestellt werden kann. Wer mit Vorsatz auf Tiere schie§t, das toleriert oder gar anordnet, erledigt seine eigene Aussicht auf die Mšglichkeit einer friedfertigen, angemessen gewaltfreien Gesellschaft gleich mitÉ Diese Perspektive ist nicht nur unakzeptabel, sondern sollte der âGegensŠtzlichenÕ durch eingesehenen Verzicht das Feld rŠumen. Wenn die Messlatte der QualitŠt einer Gesellschaft auch an der Frage liegt, wie sie ihre Tiere behandelt Ð dann ist das Bild einer âtrophŠigen StreckeÕ das schaurige Dokument eines die Zukunft ignorierenden Wegsehens.

 

Joachim Rohlfing

mail@joachim-rohlfing.de